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Kammerspiel im Flugzeug

Am Sonntag habe ich endlich den Film "Flightplan" mit der großartigen Jody Foster gesehen.
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Der Film versteht es von Anfang an eine untergründige Spannung zu erzeugen, die sich zunehmend steigert und sich bis zum Schluss als Grundgefühl im Bauch hält. Ich habe mich dabei ertappt, dass ich zeitweise den Atem anhielt. Die Mittel mit denen der Film diese Spannung erzeugt sind hauptsächlich Geräusche, die Kameraführung und die Mimik der Darsteller, insbesondere die der Hauptdarsteller. So pflanzen einem schon die Düsenaggregate der startenden Maschine eine innere Unruhe ein, die durch jede geräuschvolle Aktion weiter gesteigert wird.
Zu Beginn wirken die Schnitte zu verschiedenen Zeiträumen und Handlungsebenen etwas verwirrend, was aber die Spannung eher erhöht als dass die Verwirrung zur Absenz führen würde.
Dadurch wird die Verwirrung, in der sich Kyle Pratt (Jody Foster) latent befindet, auf den Zuschauer übertragen, was sich Laufe des Films noch Auswirkungen hat. Diese Subtilität wird auch an anderen Stellen und mit anderen Mitteln angewandt. Da sind Blicke zwischen Passagieren, zwischen Besatzungsmitgliedern, zwischen Kyle Pratt und ihrer Umwelt und so fort. Blicke, die etwas bedeuten können aber nichts bedeuten müssen. Denn noch weiß der Zuschauer zu wenig um bereits interpretieren zu können. Das steigert die eigene Verwirrung und so passt man sich wiederum dem Geschehen im Film an.
Langsam wird das Publikum in das Geschehen hineingezogen.
Bis man merkt, dass Kyle wahrscheinlich doch alles einbildet oder etwa doch nicht?
Aber eigentlich weiß man ja, dass ihre Tochter nicht verschwunden ist oder war das doch alles ein Traum?

Jedenfalls wird man ständig zwischen Zweifel und Wissen hin- und hergerissen. Die jeweiligen Wendungen sind sehr gut inszeniert, werden langsam eingeleitet und enden meist völlig anders als erwartet.

Die überwiegende Zeit spielt das alles in einem Flugzeug über dem Atlantik auf dem Weg nach New York und das gibt dem Ganzen noch einmal einen zusätzlichen Kick. Es ist als wäre man in einem Kammerspiel und würde einer Solopartie zusehen, zumal Jody Foster so überzeugend und hervorragend spielt, dass fast alle anderen zu Statisten (zwar sehr gute, aber immerhin) werden.

Fazit: Anschauen, anschauen, anschauen.

Meine Wertung: 2
(Meine persönliche Skala geht von 1 sehr sehenswert, 2 sehenswert, 3 Unterhaltung, 4 zwiespältig, 5 muss nicht und dann gibts demnächst noch Zitronen)
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